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Naturschutz
Nach einer Volksbefragung 1961 kam es mit viel
Mühe am 29.4.1963 zum Naturschutzgebiet Kaisergebirge. Dieses
Naturschutzgebiet umfaßt 10.200 ha. Franz Nieberl, der
"Kaiserpapst", trat bereits 1927 als entschiedener
Gegner" einer allzu weit gehenden Erschließung"
auf.
Eduard Lipott verfasste im selben Jahr einen für die
damalige Zeit grundlegenden Aufsatz über Naturpflege und
Heimatschutz. Folgende Zeilen sind daraus entnommen: "Der
Kernpunkt der praktischen Naturpflege ruht draußen, wo
die Wasserfälle und die Bäume rauschen, wo das Gefilde
grünt und der Vogel singt. Dort müssen fleißige
Männer am Werke sein, mit offenen Augen umhergehen, hier
warnen, dort belehren, am dritten Platze verhindern, die Heimat
schützen davor, dass man einseitiger Interessen willen,
ihre Schönheit, ihren Reiz, ihre Poesie vernichtet. Die
Erhaltung der Schönheit der Natur gehört mit zu den
vornehmsten Aufgaben ... wollen sich daran alle, nicht zuletzt
die Bergsteiger erinnern . . ."
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War das Anliegen dieser ehrenwerten Männer damals schon
komplex, so kommen heute zu den "einseitigen Interessen"
noch einige Dimensionen hinzu.
Neben forstlicher und touristischer Nutzung (Erschließung
durch Forstwege; lokale Erosion; Wege- und Steigebau) sind die
Immission aus westlich und nördlich gelegenen Industriegebieten,
die verstärkte Schadstoffbelastung der Inntalautobahn,
verstärkter Hausbrand und kalorische Kraftwerke für
Natur- und Umweltprobleme verantwortlich.
Mit dem Bemühen um ein ganzheitliches Erfassen des Naturschutzproblems
müssen Straßenbau, Seilbahnprojekte, Wege- und Steigebau
im Naturschutzgebiet der Vergangenheit angehören.
In einigen Köpfen sind aber immer noch wirre Gedanken zu
einer Gamskogelstraße, einer Straße durchs Habersautal,
Seilschwebebahnen auf den Scheffauer, Bergbahnprojekten oder
Wegen und Steigen zu bisher nicht berührten Ruhezonen.
Sinn und Zweck des Naturschutzgebietes
ist der Schutz von Pflanzen und Tieren, sowie die Pflege des
Landschaftsbildes und der Ruhe. Jagd, Fischerei, land- und forstwirtschaftliche
Nutzung, sowie Wildbach- und Lawinenverbauung werden weiterhin
durchgeführt.
Naturreservat
Die Stadtgemeinde und die Bezirksforstinspektion Kufstein wiesen
1970 innerhalb des Naturschutzgebietes ein sogenanntes Naturreservat
aus. Auf Einflußnahme und forstliche Nutzung dieses Gebietes
wird verzichtet. Die Abgrenzung verläuft - mit kleinen
Abweichungen - entlang folgender Punkte: Scheffauer Wiesberg
- Sonneck - Treffauer - Gamshalt - Ellmauer Halt - Kopftörl
- Totenkirchl - Teufelswurzgarten - Neustadler Holzschlag -
Grobtal - Grobe Rinne - Talofen
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